Diagnose: Hirn-Aneurysma

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Ich dachte, es wäre nur ein Traum, als der Neuroradiologe sagt: " Sie haben ein Hirn-Aneurysma"
Es kam mir so unwirklich vor, es dauerte auch ein paar Tage, bis ich begriff, das es kein Traum war, sondern die Wirklichkeit.
Ein ätzender Zustand, 1000 Gedanken kreisen in meinem Kopf herum, von banalen Dingen bis hin zu Lebensauffassungen, die man hat, hatte oder jetzt haben will. Ich sammle alle Informationen, die ich bekommen kann. Und das Internet ist wahrhaftig eine Goldgrube von Informationsquellen, auch wenn manche Seiten in englisch sind, es führt kein Weg dran vorbei.

(Noch eine Anmerkung in eigener Sache: Nicht jeder findet es gut oder sagen wir mal sogar "grottenschlecht" die eigene Geschichte so darzulegen! Diesem gebe ich den Tipp, nicht weiter zu lesen, damit sich dieser nicht aufregt! Dieses Geschriebene ist für Betroffene und Interessierte gedacht, denen das Thema Hirn-Aneurysma und was damit zu tun hat, am Herzen liegt und gerade für diejenigen, die dieses Aneurysma vor einer Ruptur als Diagnose haben, denn ich habe selbst auch darüber nichts irgendwo zu lesen finden können und hätte es mir doch manchmal gewünscht, um zu wissen, was auf mich zukommt/ zukommen kann! Bei Fragen freue ich mich auf Eure Mail, in diesem Fall bitte den Postkasten am Ende dieser Seite anklicken!)

Was ist das überhaupt?

Ein Aneurysma ist eine Aussackung einer Arterie, die nicht über die normale Muskelschicht der Arterienwand verfügt. Sie stellt somit einen Schwachpunkt an dieser Arterie dar.

Die Ursache ist eine angeborene Schwäche der Zellen der Gefäßinnenwand, der sogenannten Endothel-Zellen. Im Laufe des Lebens entsteht dann unter bestimmten Umständen wie z.B. bei Normvarianten von Gefäßaufzweigungen, Verschluß von hirnzuführenden Gefäßen und länger bestehendem Hochdruck ein Aneurysma. Bevorzugt treten sie an Aufzweigungen von Gefäßen auf.

An den intracraniellen Hirnarterien ist die Muskelschicht dünner als an den übrigen Arterien des Körpers. Daher sind die Hirnbasis-Gefäße prädisponiert für das Entstehen von Aneurysmen.

In Autopsie-Serien werden bei 1-5% der Bevölkerung Mitteleuropas Aneurysmen gefunden, die nicht geblutet haben. Frauen sind häufiger betroffen als Männer ( 5:3 ).

Bei 10 bis 20% aller Aneurysma-Patienten liegen mehrere Aneurysmen an den Hirnbasis-Gefäßen vor.

Aneurysmen an den Hirnbasis-Gefäßen sind gefährlich. Sie können platzen und eine tödliche Hirnblutung verursachen.
Man geht davon aus, das 60-70% an oder nach der Hirnblutung sterben, nur an die 10% behalten keine neurologischen Ausfälle, der Rest kann mit neurologischen Ausfällen wie vollständige Lähmung/Halbseitenlähmung, Sprachverlust, Hirnschäden usw. rechnen.

Und wo befinden sie sich? Dazu eine Aufzeichnung der Anatomie mit diesem Klick

Und so begann alles:
Seit Mitte 2000 hatte ich oft Kopfschmerzen, da ich sowieso an Weichteilrheuma (Fibromyalgie) leide, deuteten alle Ärzte auf Verspannungen im Halswirbelbereich, die zu diesen anfallartigen Kopfschmerzen, meist über dem linken Auge, führten. Ich dachte, das ist jetzt Migräne und das geht auch irgendwann wieder vorbei. Anfang Januar 2001 bin ich zu einem Neurologen gegangen, der mich zum MRT (Kernspin) schickte, dort wurde ein Verdacht festgestellt, der mich aber nicht weiter beunruhigte, da sich zuvor nie in meinem Leben ein Verdacht bestätigt hatte, eine Woche später fand die nächste Untersuchung im MRT-Angio statt, ein Gerät, welches noch genauer untersuchen kann, dort stellte sich der Verdacht als Realität dar. Eine Woche später hatte ich einen Termin beim Neurochirurgen, der mich wiederum eine Woche später für eine Angiographie ins Krankenhaus schickte. Dort musste ich 3 Tage bleiben und bekam einige Tage später wieder das Ergebnis, das mir den zweiten Schock brachte. Bei der Angiographie wurde ein weiteres Aneurysma festgestellt und zudem äußerte er einen Verdacht auf ein drittes. Eine offene Schädel-OP wäre zu gefährlich, da die beiden Aneurysmen an einer Stelle säßen, die nicht operabel wäre, aber gut zu coilen, d.h.. durch einen Katheter in den Gehirnarterien von innen mittels Platin-Coils zu "verstopfen".
Nun bin ich der 2 te Fall in meiner Familie, bei meiner Schwester wurde bereits 1993 ein Aneurysma gefunden und der Versuch, es zu clippen bei einer offenen Schädel-OP misslang, erst 1997 wurde es dann gecoilt. Da unsere Aneurysmen an der identischen Stelle sitzen, ist das auch sicherlich ein Grund mit, daß ich keine offene Schädel-OP bekomme, da es wenig Aussicht auf Erfolg hat, zudem gab es 1993 noch keine Alternative zur OP. Das Coilen ist erst seit 1996 in Deutschland zugelassen.

Klick auf das Bild--->

Es gibt eine Selbsthilfegruppe für Hirn-Aneurysma-Erkrankte mit viel Informationen und einer guten Homepage: www.hirn-aneurysma.de

Das schlimmste ist das Warten!

Warten auf das alles bald vorbei ist und Hoffen, das alles gut geht

Das erste Bild aus dem Kernspin am 16.01.2001

Es ist heute Sonntag, der 18.02.01 und ich warte auf den Anruf der Uni-Klinik Essen, das ich kommen kann.

Heute ist der 26.02.2001 und ich habe immer noch keine Mitteilung, wann es endlich soweit ist mit der Entschärfung dieser "Zeitbomben", das ist mitunter sehr grausam, dieses Warten und diese Ungewißheit, die vor mir liegt, ebenso der lange Weg, der noch zu bewältigen ist, wer weiß, vielleicht ist er auch nicht so lang?
Das interessante an der ganzen Sache ist das Verhalten von Freunden und Bekannten in so einer Situation, wer meldet sich, wer hält weiterhin Kontakt, wer entfernt sich, wer meldet sich gar nicht. Ich hätte nicht erwartet, daß es teilweise so krass sein könnte, es ist, als ob die Wahrheit über Freundschaften nicht realitätsnäher veranschaulicht werden könnte. Zum einen ist es mitunter enttäuschend, zum anderen ist es umso erfreulicher, zu wissen, wer es ehrlich meint.
Oder ist es die Angst, die die Menschen umgibt und die jeglichen Kontakt abschnürt???
Aber sollte die nicht überwunden werde? Ich bin froh, wenn der Kontakt da ist, denn in solch einer Situation fühle ich mich oft hilflos, teilweise überfordert und allein.
Das alles ist trotz allem oder gerade deshalb eine durchaus interessante und überaus wichtige Lebenserfahrung!!!

Mittwoch, der 14.März 2001
Endlich habe ich einen Termin nächste Woche!!!
Am Montag war ich zum Gespräch in Essen, das größere wird problematischer zu behandeln sein, ich habe die Befürchtung, daß es evt. noch ein sehr sehr langer Weg sein wird, bis dieses "entschärft" ist. Die Form ist entscheidend und das größere hat einen breiten Hals, ich stelle mir das bildlich wie eine Tasse vor, die aufsitzt, besser wäre eine Vasen- bzw. Flaschenform, die einen schmalen Hals besitzen.
Der Coil könnte keinen Halt bekommen in diesem Aneurysma und dadurch in die Arterie zurückrutschen und den Blutfluß blockieren, so das ein Schlaganfall entstehen würde. Es wird angedacht einen Stent zu verlegen, was ist das, habe ich gedacht!

Stent
Ein Stent wird in die Arterie plaziert um den Blutfluß zu gewährleisten und die Arterie frei zu halten, allerdings wird so etwas bisher fast nur in der Herzchirurgie angewandt. Deshalb wurde bereits eine Spezialanfertigung geordert, die vermutlich erst Mitte April verfügbar sein wird.
Wenn alles nicht hilft, wird wohl doch eine offene Schädel-OP durchgeführt.
Bei der Besprechung wurde über die Risiken der Coil-OP gesprochen, vorher waren mir diese nicht so bewußt, es ist ein schreckliches Gefühl, wenn der Tod als Risiko angesprochen, namentlich notiert und niedergeschrieben wird und man dieses unterschreibt. Auf alle Fälle habe ich mir vorgenommen, eine Patientenverfügung vorzunehmen, die mir garantiert, wie mein Leben erhalten bzw. "human beendet" wird, falls ich in ein "eher hoffnungsloses" Koma verfallen sollte, auch habe ich mir endlich einen Organspendeausweis zugelegt.
Nun denn, man sollte das Beste hoffen, ich versuche es, aber manchmal schleicht sich die Frage in den Kopf, wenn du schon zu den wenigen gehörst, die ein Aneurysma haben und dann auch noch zu den eher wenigen, die gleich mehrere haben und zudem noch eins davon so problematisch, wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, daß das auch eher schlecht ausgehen kann???
Andererseits muss ich froh sein, daß alle vor einem Platzen entdeckt worden sind und das mir dadurch eine Gehirnblutung erspart geblieben ist, die in den meisten Fällen fatale Folgen nach und mit sich zieht!!!
Nach der OP werde ich berichten, wie gut es geklappt hat, so hoffe ich doch!

Donnerstag, der 29.März 2001
Die OP ist ohne Komplikationen verlaufen, allerdings glückte nur ein "Coilen" des 1ten größeren Aneurysmas, beim 2ten Aneurysma war ein Coilen trotz erheblichen Versuchen nicht möglich. Das bedeutet, das der Weg noch nicht zu Ende ist und es wird wohl auch bedeuten, das als nächstes eine offene Schädel-OP auf mich zukommt.
Die Coiling-OP dauerte fast 5 Stunden, danach verbrachte ich 24 Stunden auf der Intensiv-Station, ein einschneidendes Erlebnis ( darüber könnte ich noch `ne ganze Seite schreiben), der ganze Krankenhausaufenthalt in der Uni-Klinik Essen war ein bedeutsames Erlebnis für mich.
Fast jeder 2te Patient hatte eine Kopfoperation hinter oder noch vor sich, von gut- bis bösartigen Hirntumoren und Hirnblutungen. Schicksale, die mich sehr bewegt haben und trotz allem haben alle Patienten nie ihren Mut verloren, nie ihre Lebenslust und -freude, In der "Raucherecke" traf man sich und hat zusammen gelacht, trotz allem oder gerade weil das Lachen und die Freude über das, was man noch hat und kann und erlebt hat, nicht den Lebensmut zerstören kann.
Ich bin in keinster Weise traurig darüber, das nur eins geklappt hat, ich bin froh darüber, daß es geklappt hat, daß mir geholfen werden konnte und das diese Zeitbomben vor dem Platzen entdeckt worden sind, wenn ich an die fatalen Folgen einer Hirnblutung denke, die mich irgendwann eingeholt hätte.
Nun denn, eine offene Schädel-OP vor sich zu haben ist auch nicht gerade angenehm, aber ich habe diese OP geschafft und dann werde ich den Rest auch noch schaffen!!!
In einigen Tagen muss ich wieder zum Neurochirurgen und dann werde ich genau wissen, was passiert, allerdings gibt es nur die Möglichkeit einer Schädel-OP, eine andere Alternative gibt es nicht mehr.
Momentan kuriere ich meine OP aus, die mir einige heftige Hämatome beschert hat. Das ganze Becken schmerzt und ist bis zu den Knien  blau-violett gefärbt, richtig gehen kann ich auch noch nicht. Die Arme sind ebenso "verfärbt", mein Hals hält sich farblich sehr in Grenzen, ich habe morgens beim Aufwachen Kopfschmerzen, die im Laufe des Tages, immer über dem rechten Auge, wiederkehren, es ist ein Fremdkörper im Kopf, diese Platinspiralen, es kann über ein halbes Jahr dauern, bis die Schmerzen nachlassen, meint meine Schwester. Seit 2 Tagen quälen mich immer wieder Taubheitsattacken in der linken Hand, ich hoffe, das sie von den Hämatomen kommen und bald verschwinden, aber sonst geht es mir meistens gut.

Freitag, der 06.April 2001
Gestern war der erste Tag ohne Schmerzmitteleinnahme!!! Dafür ging's mir vorgestern ganz übel, ich hätte nie gedacht, das Blutergüsse so lange bleiben und erst im Laufe der Abheilung stärker schmerzen. Die Blutergüsse im Beckenbereich brauchen bis zu 2 Monate. Allmählich kommt aber ein gelblicher Ton in die violette Farbe hinein. Das ganze kommt ja von dem Abdrücken der Schlagadern am Ende der OP und der zusätzlichen Heparin-Gabe, aber eigentlich ist es auch kein Wunder, das es zu solchen starken Blutergüssen kommt, wenn man bedenkt, das 5 Stunden an den Arterien "gearbeitet" worden ist.
Nach Ostern habe ich meinen Termin und ich hoffe, es ist eine OP möglich, bisher habe ich auch nicht daran gezweifelt, bis mich letzten Dienstag ein Freund auf diese Möglichkeit hinwies. ich weiss nicht was ich dann mache oder wie ich das aufnehme, ich habe echt keine Ahnung. Aber ich weiss, dass ich das nicht beiseite schieben kann, solange ich noch eine "ungeschärfte Zeitbombe" in meinem Kopf habe, wird mich das ganze 24 Stunden am Tag begleiten, mein Leben bestimmen und das, was ich daraus machen kann.

Mittwoch, den 18.04.2001
Heute hatte ich meinen Termin beim Neurochirurgen in Osnabrück. Das Ergebnis war nicht gut, beim 2 ten ist eine Schädel-OP nicht möglich, die Stelle an der linken Carotis Interna ist schwer angehbar, zudem soll das 2 te mit großer Wahrscheinlichkeit extradural liegen, was bedeutet, das bei einem Platzen nicht so schwerwiegende Folgen zu erwarten sind und bei einer OP große Risiken wie z.B. der Verlust der Sprache möglich sind. Beim verdächtigen 3 ten an der Basilaris wäre eine OP mit großen Risiken wie eine vollständige Lähmung verbunden. Und nun? Ich weiss es nicht, ich werde mir eine zweite Meinung einholen und dann weitersehen, momentan bleibt mir auch nichts anderes übrig.

Montag, den 23.04.2001
Morgen habe ich einen Termin beim Neurochirurgen in der Uni-Klinik Essen, ich bin gespannt über die "2`te Meinung".
Was wird er sagen? Was wird er mir empfehlen? Es gibt `zig Studien und Publikationen über unruptierte Aneurysmen, zum einen wird bei kleineren eine OP per Clip als risikoreicher als das mögliche Ruptur-Risiko bei Nichtbehandlung dargestellt. Größere sollten immer behandelt werden, auch bei multiplen ist das Risiko größer. In welcher Risiko-Gruppe gehöre ich?
Sollte ich mir wirklich keine Sorgen machen? Mein Leben so leben, wie ich will, noch `ne Familie gründen oder mich doch von diesem Familiengedanken für immer trennen? Fragen über Fragen und es ist sooooo schwer, die richtige Antwort zu finden, sehr sehr schwer!!! Vielleicht weiss ich morgen mehr, so hoffe ich doch!!!

Samstag, den 28.04.2001
Das Gespräch war sehr kurz, Prof. Dr. Stolke will sich schriftlich melden, wenn er meinen Fall mit den Neuroradiologen besprochen hat. Der Brief ist jetzt angekommen und mir bleibt nichts anderes übrig als abzuwarten und beobachten zu lassen, sowie bei Veränderungen therapieren. Die nächste Kontrolluntersuchung wird im August/September sein, dann wird auch das gecoilte Aneurysma überprüft, falls dort noch Blut nachfließt, muß nachgecoilt werden. Das bedeutet für mich:

Warten auf das alles bald vorbei ist und Hoffen, das alles gut geht!!!

Dienstag, den 08.05.2001
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung  hat ein Forschungsprojekt gestartet: Genetik der familiären intrakraniellen Aneurysmen. Dieses führt die Uni-Frankfurt durch, dazu ein Link, meine Schwester und ich nehmen teil und ich hoffe, daß auch meine Familie und Verwandten an dieser Studie teilnehmen.
Manchmal kommt mir der Gedanke, es wäre besser, es nicht zu wissen, gerade jetzt, wo ich nichts machen kann, wo ich anfangen muss, nicht immer dran zu denken, das ganze so hinzunehmen, aber es ist schwer, unsagbar schwer, vielleicht die Prüfung in meinem Leben?!
Aber im Herbst werde ich wieder mit Anja, meiner Freundin, in Urlaub fliegen, mal wieder Last-Minute, das haben wir gerade abgemacht!!! Freude, Jubel

Donnerstag, den 17.05.2001
Viele Menschen erwarten, daß man nach einer Krankheit wieder so ist wie zuvor. Das mag für einige stimmen und bisherige Sachen wie Blinddarmoperation haben keine gravierenden Spuren, außer einer Narbe, hinterlassen. Aber diese Situation hat Spuren gemacht, die nicht zuende sind. Zuvor habe ich wie viele Menschen den Glauben und Gedanken gehegt, dass alles im Leben unter Kontrolle ist, dass bestimmte Situationen, die einem widerfahren, genau einzuschätzen oder abzusehen sind, aber das stimmt nicht immer! Das Leben ist unberechenbar und jeder, der glaubt es immer im Griff zu haben und alles kontrollieren zu können, belügt sich selbst. Ich habe zuvor genauso gedacht und habe erfahren müssen, dass dieses Denken einer Lebenslüge gleich kommt. Allerdings glaube ich auch, dass die meisten Menschen es selbst erleben müssen, um das zu erkennen.

Freitag, der 01.Juni 2001
Vor der Diagnose hatte ich im letzten Jahr eine Kur beantragt, die genehmigt wurde, im Februar sollte es losgehen. Leider konnte ich sie nicht antreten, es sollte an die Mosel nach Bad Kreuznach gehen. Nun habe ich sie nochmal beantragt und mir einen anderen Kurort ausgesucht mit einer Klinik, die nicht nur rheumatische sondern auch gefäßbedingte Erkrankungen behandelt. Ich hoffe, ich bekomme bald einen Termin, es geht an die Ostsee in die Reha-Klinik Damp.
Ich freue mich schon sehr und hoffe, daß es mir hilft und ich mich danach sozusagen wie neugeboren fühle ;-)
Übrigens habe ich auf meinem Balkon eine Rotkehlchenfamilie brüten, 7 kleine sind geschlüpft.

Samstag, der 02.Juni 2001
Bei meiner Cousine ist ein Aneurysma am Hals festgestellt worden, zudem hat sie noch etwas mit ihrer Herzklappe. Sie ist jetzt 39 und hat 4 Kinder geboren. Die Ärzte können kaum glauben, das bisher noch nichts passiert ist. Im Januar wird sie in Berlin operiert. Das Aneurysma ist auch angeboren, jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob die Veranlagung mütterlicherseits besteht, alle Zeichen deuten darauf hin. Meine Oma väterlicherseits ist allerdings an einem Gehirnschlag mit 86 Jahren gestorben, ihre Mutter, meine Urgroßmutter, allerdings schon mit 37 Jahren.  Mein Bruder und meine andere Schwester waren noch nicht im Kernspin, obwohl mein Neurochirurge Anfang Februar nahegelegt hat, dieses zu tun. Es ist natürlich eine schwere Entscheidung, will ich es wissen und etwas dagegen tun oder will ich es nicht wissen. Diese Entscheidung kann einem niemand abnehmen und wenn man es weiss, gibt es nicht immer Zeiten, wo man froh darüber ist, wenn z.B. keine Therapie möglich ist. Auch ist das ganze eine Sache, die das ganze Leben verändert, die einen psychisch sehr mitnimmt, aber dennoch den Blick für Sachen und Dinge öffnet, die man zuvor nie bzw. nicht so gesehen hat. In jeder Diagnose steckt auch eine Erfahrung, die Erfahrung, sich selbst besser kennenzulernen, d.h. mitunter seine eigenen Grenzen zu erkennen, mitunter sind das schmerzliche Erfahrungen, aber dennoch sehr hilfreich für den Rest des Lebens und der Lebensqualität. Natürlich steckt auch die Angst dahinter, was wird aus meinem Job? Werde ich ihn behalten? Wird man mich entlassen, wenn ich länger erkranke? Eine berechtigte Frage und Angst, die ich in der letzen Zeit ebenso mit mir rumtrage, allerdings bin ich Beamtin auf Lebenszeit, d.h. im schlimmsten Fall kann ich in den Ruhestand versetzt werden. Das würde bedeuten: Mindestversorgung, welche ein paar Mark über den Sozialhilfesatz liegt. Zu der Angst und den Sorgen um die Erkrankung kommen dann noch Existenzängste, eine totale Doppelbestrafung, man wird bestraft, weil man ein Schicksal erleidet, welches ohne jedliches Zutun und Vorwarnung und -ahnung auf einen "einschlägt". Das kostet Kraft, sehr viel Kraft und mitunter besteht die Gefahr, das man aufgibt, sich zu wehren, weil man die Kraft für sich braucht. Auch die Zukunft wird einige Jahre leiden, leiden in dem Sinne, das Möglichkeiten verschlossen sind, weil ein "Manko" besteht, eine längere Erkrankung, die in den "Akten" bestehen bleibt und immer wieder als solches hervorgehoben wird, denn sie könnte ja wieder kommen.... Aber wie ich schon am 17.05.2001 bemerkt habe, gehören auch "Chefs" zu den Menschen, die das wohl erst verstehen, wenn sie selber in einer solchen Situation sind.
Also sind die beruflichen Zukunftsperspektiven gleich NULL!!!

Pfingstmontag, der 04.Juni 2001
In den USA wird wohl jedes Aneurysma operiert, meistens werden sie geclippt. Auch wenn irgendwelche Publikationen berichten, daß kleinere Aneurysmen (unter 1 cm) nicht so schnell ruptieren/platzen, gibt es keine Garantie, das sie es nicht doch tun. Eine Supertolle Internetseite ist http://www.westga.edu/~wmaples/brain.html, sie gibt so vielen Leuten Hoffnung, gerade weil es eine Seite für und von Betroffenen ist. Aber dort habe ich auch bemerkt, das es kaum etwas gibt, was nicht zu machen ist. Alles ist dort möglich und mitunter frage ich mich, warum das nicht auch so in Deutschland ist? Vielleicht sehe ich das auch zu positiv, eine OP um jeden Preis? Aber auch dort wird doch niemand operieren, wenn es zu gefährlich ist?! Ich habe jetzt schon Adressen von den besten Neurochirurgen aus den USA erhalten, wenn ich einen bösartigen Hirntumor hätte, würde ich sofort hinfliegen.

Donnerstag, der 07.06.2001
Meine Mutter hatte in der letzten Zeit öfters Sehstörungen, die sich zunehmend als pulsierend darstellen, sie war wieder beim Augenarzt und der Verdacht, der jetzt besteht, ist ein Aneurysma. Nächste Woche muss sie ins MRT und ich kann ihre Ängste und Unruhe sehr gut verstehen. Das ganze hat mich richtig geschockt, zum Glück habe ich heute Urlaub, sonst wäre ich sicherlich auf der Arbeit zusammengeklappt. Ich hoffe so sehr für sie, das sich der Verdacht nicht bestätigt. Mein Bruder wird am selben Tag ins MRT zwecks Kontrolle gehen. Ich drücke beiden die Daumen, das kein Aneurysma oder sonstige Anomalie gefunden wird und zwar so fest ich kann. Meine Gedanken sind bei ihnen!!!

Dienstag, der 12.06.2001
Keine Versicherung z.B. Lebensversicherung würde mich aufnehmen, anscheinend ist man nur ein Kostenfaktor, sprich ein hoffnungsloser Fall. Es scheint, als ob für mich das Leben als Versicherungsnehmerin mit 34 Jahren vorbei ist. Ganz schön heftig, zu heftig, um weiter darüber nachzudenken.

Montag, der 18.06.2001
Die erste gute Nachricht, es wurden keine Aneurysmen bei meiner Mutter und meinem Bruder festgestellt!!! Die zweite gute, nächste Woche geht es zur Kur! Dafür ging es mir letzten Mittwoch superschlecht, ich hatte so starke Kopfschmerzen, das ich schon damit rechnete, am Donnerstag nicht mehr aufzuwachen. Am Donnerstag waren die Kopfschmerzen weg und ich war froh darüber. Solche Momente zeigen immer wieder, wie schnell das Leben ausgehaucht sein kann und gerade deshalb sollte man für jeden Tag dankbar sein, erstrecht wenn der Tag auch noch weitestgehend schmerzfrei ist.

Mittwoch, den 01.08.2001
Fünf Wochen Kur liegen hinter mir, schade, denn es waren die besten Wochen in diesem Jahr für mich! Ich fühl mich seit langem mal wieder richtig gut, obwohl ich ab nächster Woche wieder in der Uni-Klinik Essen liege zwecks Kontrolluntersuchung und evt. OP, so hoffe ich doch, dass ein erneuter Versuch gestartet wird.

Montag, der 13.08.2001
Der 2te Versuch scheiterte, dafür sitzt der Coil im größeren Aneurysma wie angegossen und der Verdacht eines 3ten an der Basilaris hat sich erledigt, dort habe ich wohl mehr Arterien als ein normaler Mensch, dabei mußte ich an mein Meckel denken (ein sogenannter "2ter" Blinddarm), der auch recht selten vorkommt. Fünf Tage lag ich in der Uni-Klinik Essen und es hat sich für mich wieder bestätigt, das es sich um eine ausgezeichnete Klinik handelt. Selten zuvor habe ich mich so gut aufgehoben gefühlt als wie in Essen, die Ärzte sind dort wirklich hervorragend! Das diesmal wiederum das Coilen scheiterte, liegt daran, das dieses Aneurysma direkt in einer Rechtskurve der Arterie sitzt und deshalb diese Probleme bereitet. Ein Stent kann wegen diesen "Kurven" nicht plaziert werden und auch die Zuhilfenahme eines Ballonkatheters konnte den Coil nicht im Aneurysma halten. Das ganze hat mich traurig gemacht, aber wäre ich nicht zuvor in Kur gewesen, wäre ich wesentlich niedergeschlagener. Die Kur hat mir sehr geholfen, wieder "frohen Mutes" sein zu können. Allerdings können im Laufe des Lebens neue Aneurysmen entstehen, wenn die Veranlagung besteht. In der Klinik habe ich eine Frau getroffen, die im Februar eine Aneurysmablutung hatte und für einige Wochen im Koma lag, jetzt sollte ihr die Schädeldecke eingesetzt und ihre weiteren Aneurysmen verschlossen werden. Dabei stellte sich heraus, das seit Februar 2 neue Aneurysmen gewachsen sind.
Auch diesmal hatte ich vor der OP eine Angiographie (DSA), im Februar hatte ich schon mal eine, die ich als ganz schrecklich empfunden habe. Diese war dagegen schon fast als "angenehm" zu bezeichnen, an dieser Stelle nochmals vielen Dank an Dr. Thomas Egelhof! Am Donnerstag erfolgte dann die OP. Vielen Dank an Frau Dr. Wanke und an Prof. Dr. Forsting, die mir alles super erklärt haben. Eine offene Schädel-OP (Clipping) ist nach wie vor zu riskant, da zum einen das Aneurysma tief im Gehirn sitzt, zum anderen wäre mit neurologischen Ausfällen zu rechnen. Es bleibt einfach nur zu hoffen, das es nicht blutet und falls doch, nicht unmittelbar ins Gehirn. Vielleicht klappt es in einem Jahr oder die Forschung hat neue Behandlungsmethoden, die angewandt werden können. Nur nicht aufgeben und jeden Moment erleben und genießen, der einem geschenkt wird!
Momentan plagen mich noch Kopfschmerzattacken, wahrscheinlich sind einige Hirnnerven beleidigt, weil sie gereizt worden sind, desweiteren habe ich um die Wunde, wo die Halskanüle (Zentraler Venenkatheter an der Halsvene-Jugularis) angenäht war, eine Heftpflasterallergie bekommen. In den Leisten sind die Hämatome eher gering ausgefallen, schmerzen nur ein wenig, weil diesmal nicht heparinisiert wurde.

Freitag, der 14.09.2001
Drei Wochen Arbeit liegen hinter mir, der erste Tag hatte es gleich in sich, denn mir wurde gesagt, daß ich zukünftig , eigentlich sollte es schon nächste Woche losgehen, auf einem Posten beschäftigt werde, der einen 4-Schichtdienst (Früh-, Tag-, Spät- und Nacht) beinhaltet. Letztes Jahr war das schon ein Thema gewesen, aber jetzt, nachdem was alles geschehen ist, hätte ich niemals damit gerechnet, das dieser Einsatz noch zur Debatte steht. Es hat mich geschockt und enttäuscht! Ich werde mir ein ärztliches Attest besorgen müssen. Aber verstehen werde ich diese Absichtserklärung, mich in den Nacht- bzw. Schichtdienst stecken zu wollen,  nicht, denn alle Bedenken, die ich für diesen Arbeitsplatz eingeworfen habe, wurden so ziemlich ignoriert, sodas ich handeln muss. Zudem gehört diese Stelle zu den zwei, die im Januar nicht mehr zur Niederlassung gehören. Will man mich loswerden? Was will mein Arbeitgeber, die Post? Wäre schön, eine ehrliche Antwort zu bekommen und ein Entgegenkommen zu spüren und nicht mich in Angst und Schrecken zu versetzen, davon habe ich dieses Jahr schon genug gehabt.

Dienstag, der 25.09.2001
Natürlich habe ich mich informiert und nach Gründen gesucht, es ist bei vielen Betroffenen so, das andere Menschen, ob im Umfeld oder als Arbeitgeber Gedanken hegen, wie, "die hat was am Kopf, im Gehirn ist was nicht in Ordnung" und dementsprechend wird man sozusagen "abgestempelt", das natürlich unausgesprochen. Ich habe jetzt die Neurologin aufgesucht, bei der auch meine Schwester in Behandlung ist. Wie schrieb sie so treffend an meinen Hausarzt: Ich lebe auf einen "Pulverfass", und das scheint sich für mich nicht nur aufs Aneurysma zu beziehen. Eine freudige Mitteilung gibt es, denn meine andere Schwester war jetzt auch im Kernspin und sie hat keine!!! Von vier Kindern haben es also zwei, Chance 50 zu 50 wie bei vielen  Erbkrankheiten, der genetischen Disposition ist man ja noch auf dem Weg, aber ich denke, es gibt eine. Leider!!!

Sonntag, der 04.11.2001
Einige Wochen sind ins Land gezogen, Ende September war ich mit meiner Freundin Anja für eine Woche in Italien, ein paar Fotos dazu, einfach hier klicken. Es war wirklich super, obwohl ich Angst hatte zu fliegen, nicht wegen den Terroranschlägen in NewYork am 11.09.2001, sondern weil Fliegen wegen des Druckausgleich eher vermieden werden sollte. Trotzdem habe ich es gewagt, zum einen, um wieder halbwegs normal leben zu können, zum anderen, um die Angst abzubauen, die ich noch in vielen Situationen mit mir rumtrage. Es fällt mir einfach schwer, zu differenzieren, wann muss ich los wegen Kopfschmerzen und wann sind sie "normal". Da ich oft Kopfschmerzen habe, fällt mir das sehr schwer, aber ich denke mir, wenn ich umfalle, ist es soweit, hoffentlich findet mich dann auch einer ;-). Nun denn, nach dem Hinflug hatte ich kaum Kopfschmerzen, aber beim und nach dem Rückflug, fast 2 Tage, aber ich bin nicht umgekippt. Der Urlaub war schön, Italien ist schön, wir sind zum Ätna gefahren, das war schon ein tolles Gefühl: "Ich habe es geschafft, auf dem Ätna zu stehen!!!"  Das hätte ich am Jahresanfang nicht geglaubt.
Nach dem Urlaub kam wieder der Alltag, gerade 4 Tage war ich am arbeiten, da schmerzte mein Rücken, sitzen war hochgradig schmerzhaft, es hatte sich wohl schon vor längerer Zeit etwas verrenkt und nun entzündet. Beim Orthopäden wurde ich eingerenkt, was aber nicht ganz gelang, 2 Spritzen, aber nach einer Woche gingen die Schmerzen weg. Nun bin ich wieder am arbeiten und die letzte Woche war superstressig, obwohl ich nicht im Schichtdienst bin, sondern z.Zt. am Schreibtisch sitze. Jahrelang hatte ich immer diesen Stress und habe ihn teilweise gebraucht und herbeigewünscht, und jetzt? Absoluter Horror!!! Nach dieser Woche denke ich, noch ein oder zwei solcher Wochen, und Du wirst den nächsten Geburtstag nicht mehr erleben?!?.
Aber die Post will mich anscheinend sowieso loswerden, mein Noch-Abteilungsleiter sprach von zwei Jahren Dienstunfähigkeit, die wohl am besten für mich wären......! Was soll ich davon halten? Das es anscheinend schon länger bei meinen Vorgesetzten ein Thema ist, spüre ich, aber es wird nicht so "offensichtlich angesprochen", obwohl es wohl das Ziel zu sein scheint.
Mein Leben lang bin ich für Ehrlichkeit gewesen und werde es immer sein, ich hoffe, es wird auch mit mir ehrlich umgegangen!

Samstag, der 17.11.2001
Z.Zt. habe ich öfter Schwindelattacken und jeden Tag zwischendurch Kopfschmerzen, ich fühl mich total matschig, will aber auch nicht in Ängste verfallen, allerdings, und das habe ich noch nie erwähnt auf dieser Seite, hatte ich im letzten Jahr, es war August/September 2000 ein Wochenende heftigste Kopfschmerzen und danach über 2 Wochen Nackenschmerzen gehabt, damals bin ich in den 2 Wochen bei 5 Ärzten gewesen, die alle der Meinung waren, Verspannungen, von den Kopfschmerzen hatte ich damals nichts erwähnt. Im nachhinein vermutete der Neurochirurge eine leichte Blutung, es gibt ja sogenannte Leckblutungen, d.h. es tritt Blut aus der Arterie, ohne das sie ganz einreisst. Wenn dem so war, dann habe ich wahnsinnig viel Glück gehabt! Daran muss ich in solchen Situationen denken, obwohl ich weiss, das ich mich nicht verrückt machen darf, aber ich habe Angst, das ist neu für mich, denn zuvor hatte ich kaum Angst in meinem Leben. Viele Leute meinen, ich könnte nie sicher sein, z.B. wenn ich über die Strasse gehe, kann ich auch überfahren werden, das stimmt, aber wenn ich wüßte, es wär ein Auto, was mich überfahren würde, würde ich Straßen meiden. Aber dies inoperable Aneurysma kann ich nicht meiden, es ist in mir und daher immer bei mir, 24 Stunden am Tag, ob ich schlafe oder nicht, immer ist es da. Das ist der Unterschied! Ich wünsche mir öfter: "Platz endlich, reiß ein, lass mich los", aber dann denke ich wieder an die Folgen, wie sie sein könnten, ganz schön schwierig, mitunter bin ich dann superwütend auf diese Angst, aber wie kann ich sie abbauen, sie ist ja nur da, wenn ich Kopfschmerzen habe, aber können die nicht endlich aufhören?!

Sonntag, der 30.12.2001
Die ganzen letzten Wochen hatte ich häufig Kopfschmerzen, kurz nach dem letzten Eintrag superheftige mit Nackenschmerzen, Übelkeit, konnte es nur im Liegen aushalten, beim Aufstehen wurde mir gleich übel und schwindlig. Das war am 19.11.2001, gleich nach der Krankengymnastik, diesen Tag werde ich nicht so schnell vergessen, da machten sich schon Todesängste breit wie: jetzt ist es soweit und du must sterben. Am nächsten Morgen ging es mir besser, auch die Angst war weniger geworden und ich frage mich, warum ich das nicht besonnener sehen kann, aber ich solchen Momenten habe ich diese Angst und sie kommt immer wieder. Drei Wochen später war ich zur Untersuchung im MRT in der Uni-Klink Essen, wegen der Symptomatik hatte ich dort angefragt und Frau Dr. Wanke hat mir dieses angeboten. Dort wurde keine Veränderung festgestellt, 100 % sicher gehen kann man allerdings nur mit einer Lumbalpunktion, die ich aber nicht machen lassen wollte, mit der Feststellung im MRT war ich erst mal beruhigt, obwohl in den meisten Fällen nach 3 Wochen keine Blutung im MRT nachweisbar ist, was ich vorher nicht gewusst habe. In den letzten 4 Wochen hat sich auch eine Schwellung auf dem Kopf, die ich schon über einem Monat habe, vergrößert und schmerzt. Ich dachte erst, vielleicht ein Pickel, aber jetzt ist sie schon über 1o cm lang und 3-4 cm breit und äußerlich deutet nichts auf einen Pickel, es soll sich um eine "innere Haarbalgentzündung" handeln, aber dann müßte sie doch auch mal ausbrechen? Kurz vor Weihnachten bin ich dann zu meiner Hausärztin bei meinen Eltern gewesen, die meinte, es handle sich eindeutig um einen Grützbeutel, der chirurgisch entfernt werden musste, also bin ich zum Chirurgen, der wiederum meinte, das es kein Grützbeutel wäre, sondern vom Schädel kommen würde, also hat er ein Schädel-CT geordert, dort stellte man eine Verdünnung des Schädelknochen fest, eine posttraumatische Kolotten- verdünnung. Das soll nichts schlimmes sein, allerdings kann ich mit dieser Diagnose wenig anfangen und ehrlich gesagt, kann ich kaum glauben, das einfach so sich ein Knochen verändert.

Mittwoch, der 16.01.2002
Jahrestag der Entdeckung! Obwohl erst am 22.01.2001 der Neuroradiologie diese erst bestätigte. Nichtsdestotrotz habe ich versucht, die letzen CT-Bilder einzuscannen. So ganz gelungen ist es mir nicht, aber man sieht alles Metall, den Coil, sieht aus, als ob ich ein Loch im Kopf hätte, und den Zahnersatz (viel zu viel bemerke ich dabei, hätte lieber die vielen Süßigkeiten weglassen sollen ;-)). Auf gehts:

Nennen wir das Bild mal: Loch im Kopf oder Platincoil oben, Zahnersatz unten wie es aussieht, wenn die Kugel steckenbleibt ;-)))
von oben gesehen  und noch eins  das war`s aber!

Mittwoch, der 23.01.2002
Genau 1 Jahr und 1 Tag ist es heute her, gestern musste ich ständig dran denken, Jahrestag dieses legendären Satzes: Sie haben ein Hirnaneurysma! Der absolute Schock-Tag damals! Jetzt würde ich mich freuen, würde ein Arzt sagen: Wir schneiden ihren Kopf auf! Das war damals eine Horrorvorstellung, jetzt wäre ich dankbar und glücklich darüber. Auch wenn ich die CT-Bilder sehe, ich kann es gar nicht so recht glauben, das ich Metall, das teuerste noch (Platin), in mir rumtrage, da läuft mir doch noch ein kalter Schauer über den Rücken (brrrrr). Erstrecht weil es mitten im Gehirn liegt, dem Zentrum des geistigen Lebens, dem Wissen, der Intelligenz, der Gefühle, in dem Teil, der einen Menschen ausmacht und ihn primär am Leben hält, man denke an den Hirntod. Aber das Gute daran ist, das ich das Leben und die Freude daran viel wichtiger nehme, was zählt Ruhm und Reichtum, was zählen materielle Dinge? Sie sind nichts gegen das Leben und die Freude daran!
Übrigens ist die Knochenveränderung nicht gefährlich, ich denke, sie kommt von einem Medikament als Nebenwirkung. keine Gefahr, keine Bedrohung mehr!
Meine nächste Reise ist geplant, es geht in die USA-Südstaaten, ein Traum geht in Erfüllung, New Orleans besuchen.  Meine Angst ist nicht so groß, weil es in den USA gute Ärzte gibt, falls doch mal was passiert.

Freitag, der 29.03.2002

Schon zwei Monate her, seit dem ich geschrieben habe. Mir geht`s momentan ganz gut, vor einigen Wochen hatte ich zwar wieder ein heftiges Kopfschmerzerlebnis, das mich wieder mal in Panik versetzt hat, aber es ist alles gut gegangen. Es ist mittlerweile Ostern und ein Jahr ist es her, das ich das erste Mal operiert wurde, damals kam mir eine Minute wie eine Stunde vor, gerade vor der OP, dies lange elendige Warten und auf Intensiv scheint die Zeit stillzustehen. Bald geht`s in Urlaub, ich freu mich, dort werde ich auch den Initiator der amerikanischen Aneurysma-Seiten treffen, darauf freu ich mich besonders, wie der Zufall es will, ist er Professor bei der Georgia-Universität in der Nähe von Atlanta. Mein Englisch muss ich vorher wohl noch ein wenig aufbessern, aber es ist ja noch ein wenig Zeit bis dato zum Lernen!

Donnerstag, der 18.04.2002

Vor kurzem habe ich zwei "inoperable" Hirnaneurysma-Betroffene kennengelernt, die ersten überhaupt. Es war sehr interessant. Einer von den beiden hat jetzt doch noch einen Operateur gefunden, der eine Clipping-OP durchführt, allerdings mit dem hohen Risiko, das Augenlicht verlieren zu können. Er will es, zum einen kann ich ihn verstehen, zum anderen hat es mich zum Nachdenken gebracht. Bis zu dieser Begegnung war es mein Wunsch, dieses "Ding" loszuwerden, mitunter mit dem Gedanken um jeden Preis. Das hat sich geändert, ich glaube nicht, das ich momentan so eine OP machen lassen würde mit dem hohen Risiko, blind zu werden. Es wird ja regelmäßig kontrolliert und wenn es wachsen sollte, kann ich immer noch handeln. Ich hoffe, das seine OP gut verläuft und alles klappt!

Donnerstag, der 13.06.2002

Seine OP ist gut verlaufen! Meine USA-Reise ebenso, gleich am ersten Tag habe ich Prof. Bill Maples getroffen, er betreut die amerikanischen Aneurysma-Internetseiten. Das war schon toll und hat mich sehr gefreut!!! Die Flugreisen, jeweils mit 2 Zwischenlandungen, sind mir gut bekommen, nach dem Hinflug hatte ich Kopfschmerzen, aber sonst ist mein Kopf ziemlich ruhig geblieben, das hat mich sehr gefreut und ich bin glücklich darüber, die Reise gemacht zu haben. Ein USA-Mitbringsel ist mir doch geblieben, vermutlich ein Zeckenbiss, der mir wohl hoffentlich nicht eine Borreliose beschert hat, näheres weiss ich erst in einigen Tagen, so hoffe ich. In ein paar Wochen geht es wieder zur Kontrolluntersuchung in die Uni-Klinik Essen.

Samstag, der 06.07.2002

Übermorgen ist es soweit, die Kontrolluntersuchung in Essen. Als ich den Termin vor zwei Wochen abmachte, ging es mir richtig schlecht, die ganzen Ängste waren wieder da. In meinem USA-Urlaub habe ich so gut wie nie an das alles gedacht, es kam mir schon so vor, als ob ich alles überwunden habe und diese Ängste mir nichts anhaben können, aber da habe ich mich geirrt. Übrigens die Blutwerte deuten auf eine kürzlich erfolgte Borreliose, also nehme ich momentan Antibiotika, welches mir wieder mal auf den Magen schlägt. Dann hat die Post mal wieder zugeschlagen, es ist unglaublich, wie mit Menschen umgegangen wird. Ich habe mich gestern so aufregen müssen über die Personalpolitik in unserer "neuen" Niederlassung, es wurde die Absicht geäußert, mich in die Zustellung zu versetzen, mir persönlich hat man es natürlich nicht gesagt, da hat man mir vor ca. 3 Wochen noch was eher positives und etwas ganz anderes erzählt. Da wurde sogar  im Vorfeld  im Januar 2002 "Verständnis" für die Erkrankung gezeigt, ich fühlte mich besser, da die Angst, die Post wolle mich in den Ruhestand versetzen und damit "loswerden" fast weg war. Da habe ich mir wohl was vorgemacht, weil ich immer noch an das Gute im Menschen glaube. Es zählt nur der Gewinn! Postler, die schon 40 Dienstjahre haben, werden mitunter auch so behandelt, das ist echt traurig! Aber ich will mich nicht wieder aufregen, gestern schnellte mein Blutdruck hoch, das mein Kopf kurz vorm Platzen war, ich verspürte einen Druck im Kopf  und dachte, gleich platzen deine Aneurysmen. Das schlimme ist die Machtlosigkeit, ich muss das alles so hinnehmen, tja, vielleicht werden meine Kommentare auf meiner Internet-Seite mir auch noch zum Verhängnis, die Wahrheit, das Menschen anscheinend nichts mehr zählen, will die Post bzw. die für mich zuständigen Postvorgesetzten sicherlich nicht "öffentlich" lesen. 

Mittwoch, der 10.07.2002

Am Montag war es soweit, das Wartezimmer war ziemlich voll, aber zum Glück musste ich nur 90 Minuten warten, die Untersuchung im Kernspin dauerte über 40 Minuten, zuvor hatte ich schon Kopfschmerzen, die sich im Kernspin wegen der Lautstärke noch verstärkten. Später bekam ich das Ergebnis im Wartezimmer erzählt, keine Veränderung, nächstes Jahr wiederkommen, dann evt. OP mit neuer Technik. Sagen konnte ich nicht viel oder fragen, da ich noch eine ziemliche "Dröhnbirne" hatte. Heute bekam ich den Brief, indem genau das stand, in dem Moment war mir klar, null Problem, nächstens Jahr: the same Produce as every jear! Dann telefonierte ich mit Anette, vor Ostern noch inoperabel, jetzt erfolgreich in Mainz geklippt. Und schon waren meine Gedanken andere, doch noch mal woanders fragen und vorstellen, was habe ich zu verlieren? Gewinnen kann ich ja eigentlich nur durch eine neue Beurteilung meines Falles. Seit letzter Woche habe ich wieder jeden Tag Kopfschmerzen, die mich immer in kleineren mal größeren Ängsten versetzen. Werde noch drüber nachdenken.

Freitag, der 19.07.2002

Habe die Bilder losgeschickt, aber noch keine Antwort bekommen, ist ja auch erst 4 Tage her, nun denn, zum ersten Mal konnte ich meine Angiographie- und Op-Bilder vom letzten Jahr intensiv betrachten. Bin zwar absoluter Laie, aber das kleine ist meiner Meinung nach sehr sehr schwer zu coilen, es hat einfach einen zu schmalen Hals, das größere, welches über 10 mm war, hatte so gut wie gar keinen Hals, das war schon eine Meisterleistung, dort einen Coil zu plazieren. Es sah eher aus, wie ein Ball, der an der Arterie haftet, ich hoffe nicht, das diese Arterie im Alter so "ausleiert", das der Coil mal rausfällt und diese Ader verstopft, diese Arterien sind nicht sehr dick, nach meinen Recherchen so gerade mal 4 bis 6 mm, die Augenarterie ist nur bis 1,7 mm dick. Das kleine Aneurysma sitzt vor der Augenarterie, allerdings mit diesem eher längeren recht dünnen Hals, sieht aus wie ein kleines Säckchen, könnte es sich eher hin und her bewegen. Das kann natürlich Reize an den Nerven ausüben wie dem Sehnerv, der sich dort auch befindet. Tja, aber wer weiss das schon? Liegt aber nahe, denn oft habe ich Kopfschmerzen in der Augengegend, habe dort auch vorgestern einen braunen Fleck in der Iris entdeckt. Kleine Panik, denn genau im linken Auge, dort sitzt das unversorgte Aneurysma. War gestern beim Augenarzt, es ist ein Muttermal, nichts schlimmes. Zum Glück, aber wieso kommt es  jetzt? und gerade an der Stelle? Kann es nicht bei normalen Muttermalen auf der Haut, weit weg vom Kopf, bleiben? So ist das Leben! Übrigens komme wohl erst noch nicht in die Zustellung, aber das weiss nur genau unsere Post-Führungsetage und die halten sich immer noch bedeckt, was die unmittelbare Zukunft angeht! Gefahr ist noch in Lauerstellung, aber der Angriff war ja schon geplant!

Montag, der 29.07.2002

Habe am Samstag Post von der INI Hannover bekommen, die dortigen Neurochirurgen wollen meinen Fall mit Prof. Moret aus Paris besprechen und mir dann Therapiemöglichkeiten aufzeigen. Prof. Moret ist ein Neuroradiologe, der in der INI operiert, in dem Brief an die INI habe ich allerdings eindeutig nach einer neurochirurgischen Behandlung gefragt, denn es ist nach wie vor die sicherste Methode. Neuroradiologisch kann ich mich auch weiterhin in Essen behandeln lassen, von der neuen Behandlungsmethode, die es gibt, halte ich nicht viel, es handelt sich um ein noch ziemlich unerprobtes Mittel, welches, wenn es nicht richtig im Aneurysma sitzt, toxisch wird. Clippen ist Heilung, Coilung ist ein Schutz! Meine Kopfschmerzen haben nachgelassen, davor hatte ich jeden Tag über 18 Tage Kopfschmerzattacken, die hasse ich. Dann wünsche ich mir eine OP, dann werden auch sicherlich die Schmerzen verschwinden und die Angst ebenso. In kopfschmerzfreien Zeiten ist die Angst weg und damit der Wunsch an eine OP nicht so stark. Bin gespannt, wann sich die INI wieder meldet und was ich dann hören werde.

Dienstag, der 20.08.2002

Habe gestern mit Bernd telefoniert, er ist hier aus der Nähe und wurde vor ein paar Wochen in Essen gecoilt, sein Aneurysma war 5 mm groß. Also sozusagen, nach der Mehrheit von ärztlichen Publikationen auszugehen, im nicht großartig gefährdeten Bereich, da unter 10 bzw. 7 mm. Während der OP ist das Aneurysma geplatzt, trotz aller ärztlichen Meinungen, die Natur lässt sich eben nichts vorschreiben. Hat mich wirklich getroffen, zum Glück hat er keine oder wenige neurologische Ausfälle, aber ständige bzw. häufige Kopfschmerzen sind schon schlimm genug! 

Die INI lässt auf sich warten, hat meine Bilder nach Paris geschickt und das mit der französischen Post, da bekomme ich das Zittern, wehe, sie sind verloren gegangen! In Paris sind anscheinend sehr lange Sommerferien oder braucht die französische Post soooooo lange? Zutrauen würde ich ihr es ohne Bedenken. Anscheinend hat bei der INI auch keine Neurochirurge Interesse, meine tickende Zeitbombe zu entschärfen?  Vielleicht sollte ich es mit Mainz versuchen, bei Anette hat dort alles hervorragend geklappt.

Doch zuvor mache ich erst mal eine Woche Party-Urlaub auf Malta, richtig abfeiern, ist echt mal nötig, jeden Tag genießen, wer weiß, was noch alles auf mich zukommt?

Dienstag, der 27.08.2002

Das mit der INI hat sich erledigt, nach Anrufen und Anfragen hat sich die INI wohl entschieden, die Bilder nicht nach Paris gesandt zu haben, was für eine Organisation dort? Wenn die bei jedem Patienten nach 6 Wochen immer noch nicht wissen, was sie können und wollen, tun mir Notfälle wirklich leid. Wahrscheinlich überlegen sie noch, was und wie sie operieren und der Notfall ist schon längst gestorben. Demnächst sollte ich wohl nur ein Zettel bei den Bildern legen, Bitte ankreuzen: OP ja? Nein? Habe meine Bilder zurückgeordert, das auch schon 2 mal, sind ja wohl nicht bei dieser INI-Organisation in den Papierkorb gelandet? Nerv Nerv!

Donnerstag, der 12.09.2002

Bilder sind immer noch nicht da, diesmal ist aber nicht die INI schuld, sondern die Post, trotz Nachsendungsantrag hat der Paketzusteller mich benachrichtigt, nach 7 Tagen ist das Paket zurückgesandt worden. Da war ich im Urlaub, schöner Mist. Habe keine Lust mich darüber aufzuregen, das die Post mal wieder Fehler gemacht hat. Malta war ganz schön, hat alles ganz gut geklappt, an Party machen war nicht zu denken, nur Kinder unterwegs, vielleicht bin ich auch schon zu alt?

Mittwoch, der 18.09.2002

Bilder sind endlich da, allerdings hat diesmal der Paketzusteller meinen Nachsendungsantrag beachtet, nur der Antrag war nicht mehr gültig, d.h. er sollte wieder hier zustellen! Also musste ich gestern zu meinen Eltern fahren, um die Bilder endlich zu erhalten. Arztberichte und ein Anschreiben der INI waren nicht dabei, nur die Bilder! Dann schaue ich sie durch und denke, das ist doch nicht dein Kopf?! Ich schaue auf den Namen, es sind nicht meine Bilder, zwei Bilder gehören einer anderen Person! Leider habe ich vor Absendung der Bilder nicht durchgezählt, aber es hat den Anschein, das ich meine doch alle erhalten habe, oder? Jedenfalls habe ich die "fremden" Bilder mit einem schriftlichen Wunsch der Übersendung meiner Arztberichte zur INI geschickt. Meine Bilder sind jetzt unterwegs zur UNI-Klinik Mainz. Bin gespannt, ob ich Antwort bekomme, ich denke schon, das mit der INI hat mir erst mal gereicht an Nervenaufreibung!

Donnerstag, der 19.09.2002

Noch ein Nachtrag zu meinem gestrigen Eintrag bezüglich der "falschen" Bilder, man bedenke, ich hätte sie nicht durchgeschaut, so weiter geschickt und dann womöglich einen Anruf aus der Klinik: wir haben festgestellt, das sie noch einen Hirntumor haben...., Was so etwas anrichten kann? Und nur weil dieses "hochgeprahlte" Institut soooo schlampig arbeitet!!! Bei denen würde ich keine OP machen lassen!

Mittwoch, der 09.10.2002

Zwischenzeitlich hat mir die INI noch ein Brief zukommen lassen, ein mögliches Coiling haben sie erwähnt, das war`s. Morgen hat Prof. Perneczky wieder Dienst, dann wird in Mainz sozusagen über meinen Fall entschieden. Vielleicht habe ich schon morgen eine Antwort, die Chancen auf eine positive, eine OP stehen wohl eher gering nach den bisherigen Absagen. Heute habe ich eine sehr zutreffende Aussage gelesen: "Hirnaneurysmen sind wirklich leise Mörder!" Am meisten nervt mich der Spruch, den viele Leute abgeben, von wegen, du kannst ja auch vom Auto überfahren werden. Was steckt dahinter? Manche Leute merken es wirklich erst, wenn sie selber etwas haben in dem Sinne, das sie den potenziellen Tod in Erwägung ziehen müssen und zwar als ernsthafte Realität, nicht als Fiktion. Am schlimmsten finde ich den Gedanken, total hilfsbedürftig zu sein, das ist meine größte Angst. Der Tod ist ein Ende, das jeder erlebt, mal früher, mal später, aber immer sicher zu 100%. 

Donnerstag, der 10.10.2002

Es ist unglaublich, heute habe ich einen Anruf aus Mainz bekommen, am 22.10.02 werde ich ein Gespräch mit Prof. Perneczky haben und wie es aussieht, ist er bereit, mich zu operieren. Ich kann es gar nicht glauben, das werde ich auch wohl erst, wenn ein OP-Termin steht. Erst dann, denn ich habe immer noch den Gedanken, das es vielleicht nichts werden könnte. Wahrscheinlich bin ich zu pessimistisch, aber nach solch langer Zeit, für mich ist sie lang, 22 Monate Wissen! Und dann ein JA, nachdem ich nur NEINs gehört habe von Neurochirurgen? Ich glaub es immer noch nicht, aber in mir schlummern Freudentränen der Erleichterung, der baldigen Erlösung.

Dienstag, der 22.10.2002

Heute war ich in Mainz. Prof. Perneczky war im OP, diese sollte noch 7 Stunden dauern, bis 21:00 Uhr war sie angesetzt. Trotzdem hat er sich Zeit genommen, kam mit seinem OP-Dress und wir haben das weitere Vorgehen besprochen. Ein komplexer Fall, wie ein Kollege von Prof. Perneczky beschrieb, das habe ich mir bereits gedacht. Das entscheidende ist, wie der Knochen davor liegt, das muss noch per MRT und CT ausgeklügelt werden, dann kann die Entscheidung fallen. Je schwieriger die Knochenlage, desto riskanter! Meine "über dem linken Auge entlang der Augenbraue-Schmerz", die ich oft habe, seit 12 Tagen wieder täglich, kommen wohl vom Aneurysma. Es ist immer wieder ein pochender Schmerz, als ob ein Boxer von innen gegen meinen Schädel boxt, mal mehr, mal weniger schmerzhaft. Das ist sicherlich der Augenmuskelnerv, der liegt anatomisch in unmittelbarer Nähe vom Aneurysma! Jetzt heisst es warten auf Termin, dann wird es hoffentlich bald losgehen!!!

Montag, den 06.01.2003

Das Wunder ist geschehen: Mein "inoperables" Aneurysma ist geklippt!!! Am 19.11. war die OP durch einen Augenbrauen-Schnitt. Bei der OP wurde ein neues Aneurysma an der Augenarterie entdeckt, welches gewrappt, d.h. geklebt wurde. Nach der OP wurde für ein paar Tage eine Liquordrainage gelegt, da ich durch die Nase Hirnwasser verlor. Durch diese Drainage hatte ich nach der OP sehr starke Kopfschmerzen, zum Glück haben sich diese jetzt weitestgehend gebessert. Zwischenzeitlich war ich 5 Wochen in der Reha. Momentan kann ich meine Augenbraue kaum bewegen, aber diese Lähmung wird irgendwann zurückgehen. Ich bin so froh, das ich Prof. Perneczky aufgesucht habe, er hat diese OP super durchgeführt. In ein paar Tagen muss ich nochmals zur Kontrollangiographie und ich hoffe, es ist alles in Ordnung und kein neues Aneurysma in Sicht.

Mittwoch, den 12.02.2003

Die Kontroll-Angiographie ist vorbei, allerdings habe ich noch nicht das genaue Ergebnis, die operierten Aneurysmen sind alle ok! Jetzt ist nur noch die Frage offen, was ist mit der Basilaris? Meine Bilder habe ich jetzt auch zugesandt bekommen, hier ein Bild in klein, zum Vergrößern bitte direkt aufs Bild klicken, dann öffnet sich ein extra Bild-Fenster: 

. .

Mittwoch, den 05.03.2003

Je länger die OP her ist, desto bewusster wird mir, welch ein Glück ich hatte, Prof. Perneczky getroffen zu haben. Er hat mir mein Leben gerettet, denn dieses neu gefundene Aneurysma hätte mir in der nächsten Zeit womöglich mein Leben gekostet. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar!!! Vor ein paar Tagen ist eine junge Arbeitskollegin, die ich leider nicht persönlich kennen gelernt habe, umgekippt und an einer Gehirnblutung verstorben. Ich kann immer wieder froh sein, das sich meine Aneurysmen zuvor bemerkbar gemacht haben. Seit der OP ist dieser "Boxer-Schmerz" über dem linken Auge nicht wieder aufgetaucht. Also kam dieser Schmerz eindeutig von den Aneurysmen, was ich selber nie bezweifelt habe, aber alle anderen Ärzte außer Prof. Perneczky. Von daher waren diese Aneurysmen symptomatische, das bedeutet, das die Rupturwahrscheinlichkeit laut Publikationen und Untersuchungen bei 8 % pro Jahr liegt. Das genaue Ergebnis habe ich noch nicht, aber ich denke, wegen dem gewrappten Aneurysma werde ich jährliche Kontrollen durchführen lassen müssen. Aneurysmen gehören jetzt zu meinem Leben, aber sie werden hoffentlich nicht der Grund sein, dass mein Leben frühzeitig endet.

Montag, den 14.04.2003

War mal wieder im CT, hatte in den letzten Tagen ein Nasenlaufen, ein Gefühl einer schnupfigen Nase. Mit einem Blutzuckerteststreifen, Tipp hatte ich aus dem Internet, habe ich mein Nasensekret untersucht. Und es verfärbte sich, Glucose (Zucker) haltig, was Nasensekret nicht sein darf. Die Glucoseverfärbung deutet auf Liquor (Hirnwasser). Auch habe ich immer noch Beschwerden beim Kopf nach vorne beugen, bücken und beim Aufstehen, wahrscheinlich doch etwas mit dem Liquor oder Hirndruck? Zum Glück zeigt das CT nichts aussergewöhnliches, allerdings ist es schwierig, überhaupt etwas im CT zu erkenne, da das eingebrachte Metall sogenannte Artefakte macht, d.h. es strahlt aus und verfälscht so das Bild. Bei der OP war damals auch Dr. Fischer dabei, dem ich auf diesem Wege ganz herzlich danke, das ich ihn Fragen stellen kann und er immer sehr hilfsbereit ist.

Mittwoch, der 07.05.2003

Meine Nasenprobleme und Kopfschmerzen haben sich gebessert!!! Juchhuuuuuu!!! Dafür habe ich seit Ostern eine Augenentzündung, erst Bindehaut, jetzt Gerstenkorn, wenn sich dieses nicht verabschiedet, wird "schnipp-schnipp" gemacht. Aber es gibt schlimmeres! Bin jetzt wieder voll im Einsatz, hatte im April eine stufenweise Wiedereingliederung auf der Arbeit, seit dieser Woche wieder voll. Aber in 3 Wochen habe ich Urlaub, Dr. Fischer meinte, wenn ich mich gut wühle, kann ich auch fliegen. Dann ist meine beantragte Kur genehmigt, es geht nach St.-Peter-Ording, wann, weiss ich noch nicht, aber ich freue mich und hoffe dadurch, wieder in alter "Bestform" zu kommen! Im Sommer habe ich auch noch meine Kontrolluntersuchung in Essen, ob ich noch mal zur Kontrolle nach Mainz muss, weiss ich nicht, da ich noch immer nicht meine genauen Ergebnisse von der letzten Untersuchung habe.

Mittwoch, der 11.06.2003

War zwei Wochen auf Gran Canaria, alles hat super geklappt, keine Probleme beim Fliegen, obwohl wir im Gewitter landen mussten. Die Augenentzündung ist auch abgeklungen, allerdings erst im Urlaub. Endlich habe ich die Bilder und den Bericht vom CT wegen dem Nasenlaufen. Der Schädelknochen hat noch eine Lücke, wie lange das wohl dauert, bis es zusammenwächst? Habe mal etwas von einem Jahr gehört. Sonst bin ich froh und glücklich, das alles so hervorragend geklappt hat mit dem Urlaub, das baut richtig auf!!!

Sonntag, der 13.07.2003

Habe endlich meinem Bericht von der Angiographie vom Januar bekommen, war erst ziemlich geschockt, es besteht ein Aneurysma-Verdacht an der Basilaris. Der bestand schon mal 2001, ist aber in diesem Bericht näher beschrieben und auf den Bildern zu erkennen. Dann gibt es noch eine ungewöhnliche Schlinge bei einer anderen Arterie - aber was hat das zu bedeuten?  Habe in einigen Wochen wieder eine Kontroll-Untersuchung in Essen, wie es aussieht, werde ich die jedes Jahr haben müssen, zudem zwischendurch wiederum Angiographien. Habe mal aus Spass ausgerechnet, wie viele Menschen in Deutschland (bei einer angenommenen Bevölkerungszahl von 80 Millionen) vier oder mehr Hirnaneurysmen haben, es sind mind. 160 bis 640 Menschen. Vielleicht sollte ich öfter Lotto spielen, vielleicht habe ich beim Lotto auch so viel "Glück"? ;-))))))

Freitag, der 12.09.2003

Die Kur ist vorbei - leider- . 4 1/2 Wochen St. Peter-Ording taten wirklich gut. Erholungswert groß, kaum ist man wieder zuhause, merkt man, was die Nordseeluft bewirkt und heilt. Gleich Hautunreinheiten ohne Ende und eine Erkältung, die nicht weg geht. Jetzt ist es schon eine schwere Bronchitis und ich bin gerade einer Lungenentzündung vorweg gekommen. Die Untersuchung in Essen hat keine neuen Erkenntnisse erbracht, mein Hausarzt meinte, nachdem er den Bericht las, es hört sich an, als ob sie sauer sind, das sie das eine nicht operieren konnten. Aber so ist das öfter mit den Kliniken, eigentlich sollte es doch in erster Linie um den Patienten gehen. Aber anscheinend zählt der Einzelne und dessen Gesundheit nicht mehr,  so sieht es doch auch zunehmend im Arbeitsleben aus! Traurig, aber wahr!

Dienstag, der 21.10.2003

Habe jetzt Urlaub, kurz vor meinem Urlaub hatte ich unerträgliche Schmerzen im OP-Gebiet, anscheinend Nervenschmerzen. Diese Schmerzen sind so intensiv wie Zahnschmerzen, allerdings an der Stirn/Kopf genauso, wenn nicht schlechter, zu ertragen. Da helfen auch keine Schmerzmittel und das ist noch gemeiner. Ich fühlte mich so elendig wie nach der Aneurysma-OP. Dort hatte ich zwischen Krankenhaus und Reha unerträgliche Schmerzen. Zwischendurch war ich bei meiner Neurologin und jetzt versuche ich es mit Akupunkt-Massage usw., ich hoffe, das ich damit die zwischendurch auftretenden Schmerzen in den Griff bekomme. Ich habe ja darauf gehofft, das ich wieder so fit und belastbar bin, wie vor dieser ganzen Krankengeschichte, aber das kann ich mir wohl doch noch von der Backe putzen. Meiner Leidensgenossin, die ebenso in Mainz operiert worden ist, geht es ähnlich. Trotz allem bin ich froh über diese OP und würde mich immer wieder dafür entscheiden. Meine Angst ist weg und ich bin mir sicher, das es die Hirnnerven sind, die sich ab und zu bemerkbar machen. Ist zwar äußerst unangenehm, aber schlimmer wäre es, wenn es ein Aneurysma wäre. Hirnnervenschmerzen können nämlich nicht zum Tode führen, jedenfalls habe ich davon noch nicht gehört. 

Dienstag, den 28.10.2003

Habe noch Urlaub, ab nächster Woche habe ich eine neue Tätigkeit, werde in der Unterrichtsstelle als Ausbilderin eingesetzt. Meine bisherige Stelle, die Personalstelle, ist umgezogen zur NL Münster. Wäre ich dort geblieben, hätte ich zusätzlich zum "Volltime-Job" die lange Hin- und Rückfahrt gehabt und das auf der BAB 1, wo sehr häufig Staus sind. Momentan ist mir das wirklich zuviel! ich habe ein Attest vorgelegt und musste im Urlaub zum Postarzt, der wollte mich gleich in Ruhestand schicken. Das sind Momente, wo man sich zusammennehmen muss, um sich nicht "abgeschrieben" zu fühlen. Ich will arbeiten!!! Aber momentan kann ich nicht 11-12 Stunden am Tag volles Programm machen, ohne das ich danach vollkommen erschöpft ins Bett falle und somit das Leben nur aus Arbeit und Schlafen besteht und es mir nicht besser geht. Ich versuche es, mit "jedem Tag, ein bisschen mehr!". Das dauert und erfordert Geduld, die muss ich mir nehmen, ebenso müssen das andere Menschen! Zum Glück wurde das ja auch gemacht und man hat, von Arbeitgeberseite eingesehen, das es nötig war, mich nicht auch noch mit langen Fahrtzeiten zusätzlich zu belasten.

Samstag, den 28.02.2004

Nach der craniosakralen Therapie und Akupunkt-Massage ging es mir richtig gut, selten Kopfschmerzen. Allerdings änderte sich das so im Laufe des Dezembers, wahrscheinlich habe ich mich mal wieder überschätzt. Die neue Arbeit macht Spaß und meine Motivation ist groß. Aber seit das neue Jahr begonnen hat, habe ich ständig Erkältung, Grippe, Schnupfen usw. und jetzt auch noch wieder Zucker im Nasensekret, na toll :-(((((. Wohl doch wieder Hirnwasser (Liquor), wahrscheinlich hat die Dura ein Leck, das sich wieder geöffnet hat, so etwas kann vorkommen, habe ich mir sagen lassen. Das Problem dabei ist, das sich dadurch leicht eine Hirnhautentzündung bilden kann, deshalb nehme ich schon wieder Antibiotika, das dritte Mal in diesem Jahr! Nächste Woche werde ich wohl mehr erfahren und wenn es definitiv ein Liquorleck / -fistel ist, wird wohl operiert.

Sonntag, den 21.03.2004

Das Liquorleck zu finden ist sehr schwierig, war im CT, es sieht so aus, als ob es in der Keilbeinhöhle sein könnte. Dort sieht es sogar so aus, als ob der Clip dort hineinragt. So etwas, genau wie ein Liquorleck dort, ist so selten, das ich eigentlich nichts darüber in der Literatur finden kann und dementsprechend keine Ahnung habe, was jetzt auf mich zukommt.

Mittwoch, den 24.03.2004

Ich bin mir sicher, das es nur auf den Bildern so aussieht und das der Clip noch da sitzt, wo er sitzt bzw. sitzen muss. Denn sonst würde es mir sicherlich wesentlich schlechter gehen bzw. ich wäre gar nicht mehr am leben. Momentan läuft meine Nase nicht mehr, nur ab und zu taucht dieses Nasenlaufen auf.

Montag, der 05.04.2004

Nachdem ich meine CT-Bilder nach Mainz gesandt habe, erhielt ich auch einen Anruf. Eine CT-Zisternographie hat nur Erfolg, den Schädelbasisdefekt zu lokalisieren, wenn Liquor abfließt. Momentan ist meine Nase ruhig. Das bedeutet, warten, bis es wieder so weit ist und dann ab nach Mainz. Warten, mal wieder das Zauberwort, und hoffen, das alles gut geht, wie immer ;-)(. Ehrlich gesagt, mal wieder eine eher frustrierende Situation: abwarten, das was passiert, damit was passiert! Da bereits zweimal Liquor abgelaufen ist, wird es sicherlich ein drittes Mal geben, nur wann das sein wird, das steht mal wieder in den Sternen?!

Montag, der 26.04.2004

Schon wieder ein Infekt und mal wieder in der Nase. Ist es ein banaler Schnupfen? Um vorzubeugen habe ich mal wieder Antibiotika-Therapie. Ich hoffe irgendwann brauche ich kein vorsorgliches Antibiotika mehr  einzunehmen. Wann wird das sein?

Mittwoch, der 16.06.2004

War mal wieder im Krankenhaus, allerdings diesmal nicht wegen dem Kopf! Es ist aber wirklich so, das ich nur ungern Ärzte aufsuche, denn zunehmend stimmt mal irgendwas nicht. Aber wenn man Schmerzen hat, bleibt mir ja kein Ausweg. Also bin ich zum Frauenarzt und zack, liege ich am nächsten Tag im Krankenhaus! Zyste und Myom, zum Glück alles in Ordnung, nur weiter oben anscheinend nicht! Eine suspekte Kalkablagerung in der Brust, evt. Biopsie, aber das erfahre ich erst in einigen Tagen. Eigentlich habe ich gedacht, das die jetzigen Erkrankungen erstmal für die nächsten 30 Jahre reichen sollten, aber vielleicht reichen sie für die nächsten 40 Jahre! Ich bin optimistisch!!!

Sonntag, den 11.07.2004

In ein paar Tagen werde ich wissen, ob ich ein Mammakarzinom habe. Eine Biopsie ist erforderlich, laut Arztbericht handelt es sich um RADS 4a, die Wahrscheinlichkeit eines Krebses liegt dabei zwischen 3 und 49 %, wie ich im Internet raus finden konnte. Die letzte Woche war ich mit Anja auf Lanzarote, wir haben es kurzfristig gebucht. Ein bisschen Urlaub zum Erholen, bevor es wieder ernst werden könnte!

Dienstag, den 20.07.2004

Glück gehabt!!! Ein gutartiger Befund!!! Jetzt sind meine Chancen 86 Jahre alt zu werden wieder immens gestiegen!!! Juchheeeee! Jubel!

Donnerstag, den 19.08.2004

Bei der Biopsieentnahme aus der Brust, die unter Mammographiekontrolle erfolgt, muss man für eine längere Zeit, bei mir waren es fast 2 Stunden, eine starre unangenehme Körperhaltung auf sich nehmen. Nach dieser Prozedur bekommt man auch einen Druckverband für 24 Stunden im Brustbereich. Nach diesem Eingriff hatte ich ziemliche Brustkorbschmerzen, daraufhin war ich beim Arzt, der meine Brustwirbelsäule einrenkte und mir gleich eine Spritze verabreichte.  Der starke Schmerz verabschiedete sich daraufhin in erträglichere Schmerzen. Aber so richtig ist er immer noch nicht weg, so dass ich heute einen Orthopäden aufsuchen musste. Der hat mir gleich 3 (!) Spritzen verabreicht und die erfolgte Röntgenaufnahme schließt auf eine geringere Knochendichte. Morgen habe ich eine Knochendichtemessung! Meine Erste, ich dachte, so etwas kommt erst  mit 50 oder älter auf einen Menschen zu? Nun denn, wieso nicht in jüngeren Lebensjahren so etwas erleben, um im Alter davor Ruhe zu haben? Davon geh ich mal aus. Ich habe Hoffnung und will eine Optimistin bleiben!!!

Freitag, den 20.08.2004

Es ist noch keine Osteoporose, zwar liegen meine Werte nicht im Normalbereich, das bedeutet eine Vorstufe. Nun denn, es hätte mal wieder schlimmer kommen können! Also bin ich weiterhin guten Mutes und genieße weiterhin mein Leben, auch wenn mitunter Schmerzen auftreten!

Samstag, den 04.12.2004

Vor gut 2 Jahren war ich um diese Zeit in der Reha und es ging mir gar nicht gut. Jetzt ist es besser! Zwischenzeitlich war ich beim Endokrinologen, die Hormone spinnen ein wenig, aber es liegt nicht an der Hypophyse. Die Hypophyse ist unmittelbar neben den Aneurysmen. Meine Schilddrüse hat 5 Knoten, im nächsten Jahr müssten die wegen den Medikamenten weg sein.

Samstag, den 15.01.2005

Kopfschmerzen, Rücken- und Bauchschmerzen, Narbenschmerzen, Schwindel,  Puls und Blutdruck spinnen! Hat das nie ein Ende? Momentan tickt mal wieder alles rum, wahrscheinlich ist das Wetter schuld, der Arbeitstress oder? Meine Augenhöhlen schmerzen, ist vielleicht ein Aneurysma am wachsen? Wegen den verschiedenen Körperteilen muss man verschiedene Ärzte aufsuchen, gibt es nicht einen Arzt, der alles analysieren kann? Für mich steht alles im Zusammenhang!!!

Sonntag, den 03.04.2005

In gut einer Woche geht es wieder in die Uniklinik Essen, Kontroll-MRT! Momentan geht es mir oft schlecht und es wird und wird nicht besser. Es gibt kein Tag an dem nicht mein Kopf schmerzt, mitunter scheinen es Nervenschmerzen zu sein? In einer Woche werde ich wissen, ob es einen "sichtbaren" Grund gibt!

Samstag, den 09.04.2005

Übermorgen ist es soweit!!!  Konnte letzten Sonntag und Montag nicht mehr mit dem rechten Auge nach rechts schauen, ohne das mir ganz schwummerig wurde, eine leichte Lähmung des Augenmuskels. Am Montagabend bin ich dann noch gestürzt, schon die Tage zuvor war ich kurz davor, hinzufallen/zu stolpern. Ist das normal? Vor ein paar Wochen bin ich mit unserem Hund zusammengestoßen, genau im OP-Gebiet, kann es daran liegen? Oder ist dieser vermutete Schädelbasisdefekt schuld? Bekomme ich am Montag die Antwort? Nächste Woche habe ich zwar noch eine Darmspiegelung, da habe ich nur Sorgen, das ich zuvor die 4 Liter des "ultimativen" Gesöffs nicht runter bekomme, aber dieses MRT, davor habe ich Manschetten.

Montag, den 11.04.2005

Laut Ersten Blick des Radiologen ist alles ok, Erleichterung! Endgültigen Bericht bekomme ich in den nächsten Tagen. Ist wohl doch ausschließlich der Nerv, der nervt! Hoffentlich legt sich das wieder, werde es wieder mit craniosakraler Therapie versuchen.

Dienstag, den 12.04.2005

Heute kam ein Anruf von der Uniklinik, bei der MRT ist wegen dem Coil und Clip ein kreisrundes Loch (Artefakte) zu erkennen, durch dies viele Metall ist ein Beurteilung dieser Gefäße kaum möglich. Wegen der Symptomatik wäre eine Angiographie am besten. Ich denke, nächste Woche wird das sein, 2-3 Tage im Krankenhaus. Mal schauen, was dabei rauskommt, ich habe aber ein eher gutes Gefühl! 

Samstag, der 07.05.2005

Meine Aneurysmen sind ok! Die Angiographie ist mir nicht so gut bekommen, Gefäßspasmus in der rechten Halsschlagader, daraufhin bekam ich Heparin und die Arterie hat sich zum Glück beruhigt, sonst hätte ich auf dem Tisch einen Schlaganfall bekommen. Mein Hals schwoll an, anscheinend haben die Schilddrüsen dieses viele Kontrastmittel nicht vertragen. Ich denke, das ich mir weniger Streß zumuten sollte, ein bißchen kürzer treten, ich hoffe, das hilft!!!

Dienstag, den 09.08.2005

Es ist wieder passiert: meine Nase läuft und der Zuckerteststreifen färbt sich von gelb auf grün - linkes Nasenloch - , muss morgen `eh wieder ins Krankenhaus, allerdings (wiedermal) aus frauenspezifischen Gründen, werde meine Vermutung auf Austritt von Hirnflüssigkeit ansprechen, mal schauen, was passiert??? Diesmal muss es beim Fliegen geschehen sein (???), bin am Freitag aus Mallorca gekommen, fühlte einen leichten Schwindel beim Rückflug und am Wochenende lief dann die Nase..........

Donnerstag, den 29.09.2005

Das Leck konnte nicht genau lokalisiert werden, wahrscheinlich Dach der Keilbeinhöhle, war natürlich wieder Antibiotika angesagt. Ende Oktober geht es in die Kur, habe sie genehmigt bekommen! Juchheee!!!

Freitag, den 02.12.2005

Die Kur in Bad Schwartau ist vorbei! Bin froh darüber, denn es ging mir dort schlechter :-(( Eindeutig zuviel an Sport, da drohen meine Knochen mit permanenten Schmerzen. Beim Rückentraining ständig den Kopf nach unten zu halten ist absolut nichts für meinen Kopf, der macht sich ebenso gleich bemerkbar :-(( Vor der Kur wurde mir ein entzündeter Weisheitszahn gezogen und vor ein paar Tagen der dicke Backenzahn daneben. Höllische Schmerzen ohne Schmerzmittel, Zahn- bzw. Zahnwundschmerzen sind wirklich grausam. Zum Glück gibt es Novalgin! Hoffe, das die Zähne mich jetzt erst mal in Ruhe lassen!!!

Montag, den 16.01.2006

Bis Mitte letzter Woche ging es mir nicht besonders, vielleicht kam es wieder vom Fliegen? War zwischen Weihnachten und Silvester für 5 Tage in Rom, viel gegangen, ziemlich anstrengend. Silvester war ich nicht in der Lage, los zu gehen, so geschafft war ich, einen Druck im Kopf, die rechte Stirn schwillt an, Gefühl, als ob der Liquor nicht richtig fließt, denn im Liegen ging es mir besser. Womöglich ist auch das Wetter schuld gewesen? Kann alles möglich sein, ist wohl einfach Überlastung gewesen. Schwanke mit dem Gedanken zum Arzt zu gehen, dann wieder vermutlich MRT, evt. Krankenhaus? Muss ja nicht sein, also übe ich mich in Geduld, mit der Hoffnung, das es besser wird. Hat ja bislang geklappt ;-) Hoffe LANGE!

Dienstag, der 28.02.2006

War fast den ganzen Februar außer Gefecht gesetzt :-( Es ging los mit Magen- und Darmgrippe, dann wieder eine sehr schmerzhafte Blockierung in der Brustwirbelsäule. Der Orthopäde meinte, es wäre eine Rippen-Wirbel-Gelenksblockade, na jedenfalls sind die Schmerzen dann nicht nur im Rücken sondern im ganzen Brustkorb, das war natürlich mal wieder nicht genug auf einmal, deshalb kam noch eine fette Erkältung dazu und von den Schmerzmitteln eine Blasenentzündung. In meiner Brust ist auch was nicht in Ordnung, jedenfalls geht`s nächste Woche zur Mammo. Freu mich schon auf meinen 40.sten, dann geht`s ja wohl endlich nur noch bergauf, steil bergauf! ;-)))))

Donnerstag, der 23.03.06

In der Mammo war nichts zu sehen, im Ultraschall war nicht zu erkennen, was es ist. Hört sich auf den ersten Hinhöhrer gut an ;-) Aber es ist was zu tasten, also war ich letzten Montag im MRT. Als ich die Bilder sah, bin ja schon ein wenig MRT-Bilder-definieren-erfahren, dachte ich nur: OHHH! Eine 2,5 cm (!!!) fette Kontrastmittelanreicherung. Mir wurde vorgeschlagen, gleich eine OP mit großzügiger Gewebeentnahme, habe mich dann mit dem Radiologen erstmal auf eine Biopsie geeinigt. Diese ist in der nächsten Woche, in 10 Tagen werde ich dann wissen, was diese 2,5 cm in der rechten Brust sind.

Montag, den 03.04.06

Glück gehabt!!! Ein gutartiger Befund!!!

Mittwoch, den 07.06.06

Heute war die Verhandlung beim Sozialgericht, es ging um die GdB- Erhöhung, den Antrag habe ich Anfang 2003 gestellt. Bislang hatte ich 30 %, es wurden Gutachten gefertigt, u.a. auch von meinem Hausarzt, der den GdB 60 ansetzte. Die Verhandlung war super enttäuschend, bin in Tränen ausgebrochen, habe nur gedacht, weiß der Richter, was er da sagt? Also seines Erachtens ist es vollkommen normal, das frau öfters Unterleibs-OP`s, Brustpunktionen und diverse Blockierungen hat und wenn Schmerzen dabei sind, ja, wen interessiert das? Und ein Hausarzt ohne Dr.-Titel hat in seinen Augen  `eh keine Ahnung, ein anderer Dr. Dr., den ich nie gesehen habe, der mich nie untersucht hat, ja, der weiß, was Sache ist.

Unglaublich enttäuschend!!!!! Der Richter war halt ein Mann, wie soll er sich da auch bei Frauen auskennen???

Samstag, den 17.06.06

Diesen Termin beim Sozialgericht werde ich bestimmt nicht vergessen, da frage ich mich, was ist Gerechtigkeit. Dinge, die man nicht sehen kann, werden wohl einfach anders beurteilt als Dinge, die man sehen kann. Es hat ja keinen Sinn, sich weiter darüber aufzuregen! War zuvor ein paar Tage auf Mallorca und in München gewesen, vermutlich sah ich wegen dreiwöchigen Urlaubs einfach zu erholt aus, dabei hatte ich den dringend nötig.

Dienstag, den 27.06.2006

Letzten Freitag ging es mir schlecht. Auf dem Nachhauseweg von der Arbeit find es plötzlich an, Stirnkopfschmerzen, Schwellung der Stirn, Übelkeit, Schwindel, bin gleich ins Bett, danach war es etwas besser. Aber beim Herumlaufen wurde es wieder schlechter. Hat es mit der Hirnflüssigkeit zu tun? Wie kann man das feststellen? Muss mich mal schlau machen.

Donnerstag, den 14.09.2006

Bin ziemlich abgenervt und gestresst, dann hatte ich mal wieder Hormonstörungen. Hätte eigentlich einen Termin beim Endokrinologen machen müssen, aber ich hatte keinen Nerv drauf :-( Dann wäre es wieder losgegangen mit `zig Untersuchen, denn die Hypophyse kann daran schuld sein. Und in der Hypophysengegend kann man wegen dem vielen Metall wohl `eh nichts sehen. Brauche Urlaub und Erholung! Übrigens war ich wegen meiner Schilddrüse im Frühjahr hier vor Ort im Krankenhaus zur Kontrolle, war ja sonst bei dem netten Endokrinologen in Bielefeld. Allerdings ist der Weg weit und anstrengend, also bin ich hier zum Spezialisten. Der hat mir mitgeteilt, OP am besten und Teil der Schilddrüse entfernen, habe das allerdings momentan abgelehnt, gehe noch mal Anfang nächsten Jahres hin und wenn dann die 5 Knoten größer sind, dann kann ich immer noch operieren lassen, gehe davon aus, das es gutartig ist, Optimismus bleibe!!!!! ;-)

Freitag, den 10.11.2006

Muste doch zum Endokrinologen, Schilddrüse muss operiert werden, ein Knoten wurde punktiert, Ergebnis operative Abklärung notwendig.

Freitag, den 01.12.2006

Schilddrüse ist fast ganz raus, nur auf der rechten Seite besteht noch ein Fitzelchen. Das Punktat Ergebnis lautete erhebliche Zellveränderungen. Es waren regressive Veränderungen, die aber noch gutartig sind. Glück gehabt! Am OP-Tag ist allerdings abends ganz plötzlich mein Vater verstorben :-((( Er fehlt mir und ich werde ihn nie vergessen!!!

Montag, den 08.01.2007

Ein neues Jahr hat begonnen, ein Grund zur Freude? Eigentlich sollte man meinen, aber momentan sieht es bei mir schlecht aus :-(, zum einen hat meine HNO im Dezember festgestellt, das mein linkes Stimmband nur noch minimal zuckt, muss in ein paar Tagen zur Kontrolle, wenn es sich nicht erholt hat, ist Logopädie angesagt. Zum anderen wieder Arbeitsärger, das nervt ungemein, läßt mein Blutdruck in die Höhe schnellen und verursacht wieder mal ungemeinen Stress :-( Manchmal denke ich, ist kein Wunder, das man nicht richtig gesund wird, da einmal krank über einen längeren Zeitraum das ganze Leben beeinträchtigt, vor allem das Arbeitsleben. Nicht nur, das man in eher jüngeren Jahren schon einiges erleiden musste, es wird noch gegen einen verwendet!!! Das finde ich so übel, das mir die Worte fehlen, um zu beschreiben, wie übel...!!!)

Mittwoch, der 31.01.2007

Wenn man nullt, altersmäßig, zieht man irgendwann auch Revue und schaut auf die letzten Jahre. Die letzten sieben Jahre waren hart, 17 operative Eingriffe, davon 10 mit Narkose und 5 wegen Krebsverdacht. Hoffe nicht, dass das sooooo weitergeht, obwohl die 40 eher mies angefangen haben. Den meisten 40jährigen, denen ich in meinem Leben begegnet bin, haben so was (evt.) noch alles vor sich, aber höchst selten hinter sich gebracht.

Montag, der 12.02.2007

Am Donnerstag habe ich eine MRT-Kontrolluntersuchung in Essen, habe jetzt schon Bammel. Die Aufregung werde ich wohl nie los!

Montag, den 09.04.2007

Die MRT-Untersuchung hat ergeben, das die Basilarisspitze erweitert ist, dazu die eine Vertebralis, diese hat sich auch erweitert. Mein Blutdruck spinnt zwar ab und an, aber er ist nicht unbedingt daran schuld, das sich weitere Hirnarterien erweitert haben. So liegt die Ursache in der Natur und deshalb kann ich die Ursache nicht abstellen :-( In den letzten zwei Jahren hat sich da wohl einiges getan, ich hoffe nicht, das die Entwicklung so fortschreitet, denn das würde bedeuten: Nr. 4 und Nr. 5 ??? Und habe ich Glück, das diesmal vor einer möglichen Ruptur was gemacht werden kann, das es keine definitiven Aneurysmen werden? Kann ein Mensch soviel Glück im Unglück haben?

Donnerstag, den 18.10.2007

In den letzten Monaten habe ich eine Menge Anwendungen gehabt wegen meinem Brustwirbel, meine Haltung war so krumm, das man dachte, ich sei schon 90 Jahre, das rechte Bein ist kürzer und die eine Schulter höher. Fast jeden Tag hatte ich Massage, Manuelle Therapie und auch Neuraltherapie, dabei wird Lidocain in den Rücken gespritzt.  Das hat geholfen, das ich wieder aufrecht gehe und wieder so groß bin, wie ich eigentlich bin  ;-) Momentan mache ich mit meiner Schwester Rehasport 2 mal die Woche.

Dienstag, den 08.01.2008

Habe lange nichts geschrieben, jetzt ist es aber amtlich, Ende Februar werde ich in den Ruhestand versetzt. In der letzten Zeit war es ein bisschen hektisch, war beim Postarzt zur Dienstunfähigkeitsuntersuchung. Einen Bericht musste ich noch nachreichen und jetzt kam die Entscheidung: dienstunfähig. Die letzten Monate habe ich schon nicht mehr gearbeitet und dabei habe ich gemerkt, das es mir besser geht, nicht mehr den Stress und die Belastung und die ständige Sorge um den Arbeitsplatz. Jetzt hatte ich  eindeutig weniger Kopfschmerzen und mein Blutdruck spinnt auch nicht mehr so rum. Ich werde dann wesentlich weniger Geld zum Leben haben, aber ich werde leben :-) , habe dadurch eine bessere Lebensqualität, das ist unbezahlbar!!!

Seit ich 16 Jahre alt bin, war ich bei der Post, 1983 habe ich mit der Ausbildung dort begonnen, es tut ein wenig weh, das ganze hinter sich zu lassen, aber für mich, meine Gesundheit ist es das beste, dafür brauchte ich 7 lange Jahre, um das zu akzeptieren.

Dienstag, den 15.01.2008

Morgen ist es genau 7 Jahre her, wo ich die Diagnose bekam, oben weiter ist das Foto von der damaligen Aufnahme zu sehen. Damals war ich gerade 34 Jahre alt geworden, jetzt bin ich 41. Man sagt ja oft, nach 7 schlechten kommen 7 gute Jahre ! Also fangen die morgen an ??? Die guten 7 Jahre?!

Samstag, den 19.01.2008

Was ist das Fatale an der Sache, wenn man weiß, das man so ein Ding mit sich rum trägt und das sich zudem noch ab und an bemerkbar macht? Der Gedanke, du trägst in dir einen potenzieller Mörder, der wenn er zuschlägt, dich in Sekunden umbringt, oder sagen wir mal, zu 50 % ist die Wahrscheinlichkeit da, das du es nicht überlebst und bei den restlichen % kannst du davon ausgehen, das du evt. schwere Handicaps davon tragen wirst. Die Situation ist etwas leichter zu ertragen, wenn das Ding in dir keine Symptome verursacht, denn dann gibt es Zeiten, wo du es vergisst, das es in dir ist.

Donnerstag, den 03.04.2008

In den letzten Wochen hatte ich fast täglich Kopfschmerzen, immer wieder die rechte Stirn, mein Augenbraue war dort öfters entzündet. War jetzt beim Neurologen und im CT, der Knochen ist nicht entzündet. Der Neurologe meinte, bis zu 10 mal im Monat Novalgin zu nehmen wäre "normal" nach so einem Eingriff. Novalgin nehme ich wirklich nur, wenn es kaum auszuhalten ist. Irgendwie ist der Schädelknochen noch nicht zusammengewachsen im Stirnbereich, ob es daran liegt, die häufigen Schmerzen?

Mein Buch ist jetzt zu haben und meine Familie hat es  jetzt gelesen, von meinem Bruder habe ich sein Statement gehört und das war wirklich wichtig für mich und sehr interessant ;-)

Montag, den 21.04.2008

Habe gestern erfahren, das in meinem Buch die Krankheit und die Urlaube vorkommen und man denken könnten, ich hätte nur Urlaub gehabt ;-) Schön wäre das gewesen LOL, allerdings hatte ich bis vor 2 Jahren 26 Urlaubstage im Jahre, danach dann 30, also die meiste Zeit gut 5 Wochen im Jahr. In den Urlaubs-Wochen bin ich fast immer weggeflogen, der Gedanke daran hat mich alles durchhalten lassen. Jeder Mensch wird ein Ziel haben oder einen Gedanken, der ihm Kraft gibt, sei es als Vater und Mutter seine Kinder heranwachsen zu sehen.....bei mir war es eine Reise, das hat mir unglaubliche wundervolle Glücksmomente beschert, sei es auf dem Ätna stehen zu dürfen, sei es der lebenslange Wunsch gewesen, New Orleans zu sehen. Jeder Blick aufs Meer, auf die Vegetation, auf dem atemberaubenden Ausblick von einem Flugzeugfenster, jeder Moment war so wundervoll und ich war froh und dankbar, das (noch) erleben zu können. Hätte man mir das Fliegen verboten, ich hätte es wohl trotzdem gemacht, weil mir das wichtig war und ist und sehr entscheidend für eine Lebensqualität, was meine betrifft. Wenn es mir schlecht geht, denke ich an diese Momente und an die Momente die ich noch erleben möchte, das gibt mir Kraft, mehr Kraft, als ich gedenke in mir zu haben. Diese 5-6 Wochen im Jahr haben mich vieles durchhalten lassen, ich habe mich immer auf den nächsten Urlaub in Gedanken vertröstet, das war immer mein Ziel, den zu erleben......

Dienstag, den 26.06.2008

Anfang des Jahres machte sich mal die linke Stirnseite mit Schmerzen bemerkbar und jetzt kam es schon öfters vor. Dort hatte ich seit dem Clipping keine Schmerzen mehr. Heute war ich im MRT, die Basilarisspitze scheint unverändert :-), aber sonst an den drei operierten Arterien kann man nix mehr erkennen außer einem schwarzen Loch, der Radiologe meinte, ein MRT würde für die Beurteilung nichts bringen, eigentlich nur eine Angiographie.

Montag, den 11.08.2008

Seit letzter Woche gibt es einen neue Serie im TV namens Eli Stone. Es geht um einen erfolgreichen Anwalt, der an Halluzinationen leidet. Man findet ein erblich bedingtes 3 mm großes Hirnaneurysma bei ihm, das als inoperabel gilt und als Ursache für seine Halluzinationen. Bislang ist mir kein Betroffener begegnet, der Eli`s Symptome hatte. Das positive an der Serie ist, das zumal gezeigt wird, das Hirn-Aneurysmen vererblich sind und auch bei eher geringerer Größe Symptome verursachen. Hoffentlich wird die Ernsthaftigkeit dieser Erkrankung nicht außer Acht gelassen. In den letzten Tagen sind wieder 2 Todesfälle im Forum bekannt geworden und wieder haben sich neue Aneurysmen bei Betroffenen bemerkbar gemacht. Diese Nachrichten sind immer wieder traurig und lassen jeden Betroffenen spüren, wie heimtückisch diese Erkrankung ist :-((((

Mittwoch, den 14.01.2009

Ein neues Jahr hat begonnen, seit November 2008 ist das Forum jetzt unter einer eigenen Domain  (www.hirnaneurysmaforum.de)erreichbar. Musste mir zwischendurch eine riesige Brustzyste entfernen lassen, sonst war alles ok. Habe gerade per Mail angefragt nach einem Kontolltermin in Essen, werde jetzt wohl erfahren, ob eine Angiographie gemacht werden sollte. Da es 2005 nicht so reibungslos lief, habe ich da großen Bammel vor, schon beim Termin anfragen, bekomme ich kalte Schauer. Ich denke, im März wird der Termin sein.

Mittwoch, den 11.02.2009

Ende Januar 2009 ist plötzlich Prof. Perneczky mit 63 Jahren verstorben. Er hat mich im November 2002 operiert und ich habe ihm sehr viel zu verdanken und werde ihn immer in meinem Herzen behalten, ein grossartiger Neurochirurg!

Letzte Woche ging es mir ziemlich übel, lageabhängige anfallsartige schlimme Kopf- und Nackenschmerzen, wobei Schmerzmittel nichts halfen. Die kalte Jahreszeit ist einfach nichts für meinem Kopf. Anfang März habe ich eine Angiographie in der Uniklinik, dann werde ich sehen, ob es einen fassbaren Grund gibt.

Freitag, den 06.03.2009

am Mittwoch war die Angiographie, das gecoilte und das geclippte Aneurysma, sie sind beide in Ordnung (große Freude), tja, was mit den anderen ist (Riesen Fragezeichen) ??? Die hat man einfach nicht untersucht, nur die beiden Carotis-Arterien wurden angiografisch untersucht. Die Basilaris/Vertebralis ist auch eine hirnversorgende Arterie, die wurde nicht untersucht, ich habe den Verdacht, das der angiographierende Arzt nicht meine Krankenakte eingesehen hat, denn sonst hätte er da wohl nachgeschaut. Das war für mich sehr sehr wichtig. Bin zum einen froh über den positiven Befund der beiden behandelten A`s, aber sehr unzufrieden, teilweise wütend und ratlos, was mit den verdächtigen Befunden ist, die nicht inspiziert wurden. Aber was soll man machen, wenn man auf dem Angiographie-Tisch bemerkt, das es nicht untersucht werden soll, da der Doc keinen "Auftrag" dafür hat. Trotz Freude und Erleichterung bin ich auch sehr enttäuscht, eine Angiographie ist ja nicht wie eine Blutentnahme und da erwartet man schon, das ALLES nachgeschaut wird.

Dienstag, den 30.06.2009

Vor ca. zwei Wochen habe ich mir mal die CD von der Angiographie näher angeschaut, teilweise sind es sehr genaue Aufnahmen, je mehr kann man auch erkennen. Habe da zwei Zipfel gesehen nahe dem geclippten Aneurysma, ich habe dann die markierten Bilder per Mail an Prof Wanke gesandt, die jetzt hauptsächlich in Zürich tätig ist, sie hat die Aufnahmen angefordert und nachgeschaut und mir eine Mail zukommen lassen. Siehe da, der kleine Zipfel  ist ein Aneurysma, zum Glück klein und im Bereich, wo es wohl nicht unmittelbar ins Gehirn bluten würde, sondern in den Sinus Cavernosus.  Vielen vielen lieben Dank an Prof Wanke für Ihre Hilfe!!!

Muss das ganze erstmal sacken lassen...

Hier die Bilder:       

 

Dank an:

Clipping-OP am 19.11.2002 mit Bildern nach der Op usw.

Weitere Links zu diesem Thema:

Meine Page bei BILL, natürlich in "broken english"

Clipfinder - ist mein Clip mr-tauglich? usw...

Homepage`s von Betroffenen

Homepage einer Betroffenen (Knallfrosch) mit Blog

hirnverletzt und jung geblieben

Infos über Aneurysmen

Super PAGE mit Behandlungsmöglichkeiten (verständlich und ausführlich)

OP-Online: Clipping und Coiling

Interessante Videos zu Aneurysmen und OP-Methoden (englisch)

Supraorbitale OP (Augenbrauenschnitt) bei Meningiomen, auf Video klicken (eng.)

Videos mit dem Real-Player von Yargasil 

Verschiedene Aneurysma-Lokalisationen in englisch

Neurochirurgische Instrumente: Clips, Knochendeckelfixierung usw.

Familiäre Aneurysmen - Studie -

http://www.hirn-aneurysma.de

http://www.hirntumor.de/

http://www.uniklinik-duesseldorf.de/img/ejbfile?id=737

http://www.medizinfo.com/schlaganfall/aneurysma.htm

http://www.jjanus.de/J._Janus/Neurochirurgie/Aneurysma/aneurysma.html

http://www.westga.edu/~wmaples/aneurysm.html

http://www.westga.edu/~wmaples/brain.html

http://www.unicom.unizh.ch/magazin/archiv/3-98/eingriff.html

http://www.saez.ch/pdf/2000/2000-23/2000-23-591.PDF

Erfolge des Coiling - Erfahrungsbericht -

Uni-Klinik Essen

Uni-Klinik Mainz

Brain-Atlas

 

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Das bin ich 5 Tage nach meinem Aneurysma-Clipping in Mainz

und das ist das Ergebnis